Dienstag, 22. November 2011

Bruderherz





"Du konntest ihn nie wirklich leiden, oder?"
"Nein er ist ein Weichei!"


Ich wusste nicht, ob ich bei dieser Antwort
lachen, weinen oder sauer sein sollte.
Letzendlich entschied ich mich für die erste Möglichkeit.
Was dazu führte, dass er auch erst grinste und dann mitlachte.


Blut ist eben doch dicker als Wasser!




Sonntag, 20. November 2011

Goodbye


Ich sitze auf meinem Lieblingsplatz,
hinten im Raum in der Ecke.
Dort ist es gemütlich, dort lässt man mich in Ruhe.
Die Musik der Gitarre dringt nur dumpf an mein Ohr.
Ich kann mich kaum konzentrieren.
Seh dich auf der anderen Seite des Raumes,
dein Blick nach vorn gerichtet, die Arme weit ausgebreitet.
Dein Anblick bringt mich immer noch aus der Fassung,
lässt mein Herz rasen, bringt mich zum weinen.
Die Tränen rollen an meinen Wangen herab,
tropfen auf den grünen Teppich.
Ich fühle nichts mehr,
außer diesen Schmerz, die riesige Enttäuschung,
die unbändige Wut.
Alles kommt wieder zusammen.

Die Musik verklingt.
Ich halte mein Blick sturr auf den Boden gerichtet,
setzte mich auf einen Stühl.
Alle anderen wusseln herum,
fangen an zu reden.
Warum kommst du nicht her?
Warum fragst du nicht wie es mir geht,
wie meine Woche war?
Warum hast du mir nicht ein einziges Mal geschrieben?
Dir scheint das egal zu sein,
denn du lachst und plauderst vergnügt mit den anderen.

Er setzt sich zu mir,
fragt wie es mir geht, redet mit mir.
Doch du, du starrst nur kurz zu uns
und wendest deine Aufmerksamkeit wieder den anderen zu.
"Weißt du, vor ein paar Jahren wurde mir etwas mit auf dem Weg gegeben.
Magst du es gern hören?"
Ich versuche mein Tränen zu unterdrücken
und nicke nur stumm.
"Mir wurde gesagt:
Die Vergangenheit kannst du nicht ändern,
doch du lebst im Hier und Jetzt, in der Gegenwart
also hast du die Chance die Zukunft zu ändern.
Du kannst sie in deine Hand nehmen."

Als er mir diesen Satz sagte,
wurde mir schlagartig bewusst was er meinte.
Ich bin verantwortlich für meine Stimmung und für meinen Tag.
Ich bin schuld, wenn ich zulasse,
dass meine Vergangenheit meine Zukunft zerstört.
Und mir wurde klar, dass es nicht bringt,
wenn ich weiter trauern würde,
weiter versuchen und kämpfen würde.
Ich hab erkannt, dass wir nie wirklich zusammen gepasst haben,
dass ich dir und deiner ehemaligen Freundin nie das Wasser
hatte reichen können,
dass ich dich nie richtig glücklich machen konnte
und es auch nie geschafft hätte,
egal wie sehr ich es probiert habe oder hätte.
Mir wurde urplötzlich bewusst,
dass nach all dem was vorgefallen war,
wir auf keiner Ebene noch normalen Kontakt haben können.
Und als ich das erkannt habe,
wollte ich gehen,
wollte fort,
dich nie wiedersehen.
Doch bevor ich das getan hab,
wollte ich dich ein letztes Mal umarmen,
dich nicht einfach so stehen lassen,
egal wie sehr du mich verletzt hast.
Ich bin zu dir, hab dich umarmt.
Dir letzte Wort ins Ohr geflüstert. Böse Worte.
Ich hab Groll und Hass in mir geschürrt.
Deshalb hab ich mich erneut umgedreht
und dich umarmt.
Sehr lang sogar. Vielleicht zu lang für ein Abschied.
Schnell hab ich mich dir entzogen, deiner Nähe, deinem Geruch.
All das würde mich sonst wieder an dich binden.
Aber es hätte kein Sinn weiter zu hoffen,
dass sich die Situation zwischen uns bessert.

Und so hab ich nunmal meine Entscheidung getroffen.
Ich bin gegangen, hab abgeschlossen.
Mit dir und der ganzen Sache.
Vielleicht wird es manchmal noch weh tun,
vielleicht werd ich mir weh tun,
vielleicht werde ich noch oft weinen, dir nachtrauern,
von dir schreiben, von dir träumen,
aber das wird mit der Zeit auch irgendwann gehen,
denn der 1. Schritt wurde gemacht.
Von mir, wie so oft schon.
Aber das wird nun auch der letzte bleiben.

Goodbye my Lover.
Goodbye my friend.



Donnerstag, 17. November 2011



Verzweifelt hält sie sich am Waschbecken fest. Sucht Halt.
Sie schaut in den Spiegel. Ein wenig von dem Erbrochenem klebt noch an ihren Lippen.
Weiß sieht ihre Haut aus. Sehr weiß. Weißer, als ein unbeschriebenes Blatt. 
Weißer, als der Schnee, der bald auf den Straßen liegen wird.
Unnatürlich weiß.
Krank sieht ihr Gesicht aus. Fleckig.
Sie wischt den letzten Rest vom Erbrochenen mit ein Stück grauen Toilettenpapier weg.
So grau wie der Himmel. So trostlos.
Sie spült den Mund mit Wasser aus. Mit ganz viel Wasser. Minutenlang.
Es hilft nicht. Der Geruch ist noch da.
Der Geruch, der sie beinah wieder zur Toilette rennen lässt.
Der Geruch von Hilflosigkeit. Erbärmlichkeit.
Tränen laufen nun über ihre Wangen. Warm. Stumm.
Sie wischt sie mit ihrem Pulloverärmel weg.
Atmet tief durch. Einmal. Zweimal. Dreimal.
Sie fühlt sich so erschöpft. So müde. Leblos.
Und doch öffnet sie die Tür. Tritt hinaus in den Flur.
Ist auf dem Weg ins Klassenzimmer zurück zum Unterricht.
Als wäre nichts gewesen.
Als gehe es ihr gut.

Montag, 14. November 2011


Versteckt müssen sie sein.
Mit viel Stoff bedeckt.
Minute um Minute.
Stunde um Stunde.
Unsichtbar für fremde Augen.
Den ganzen Tag.


Bis zum späten Abend.
Erst dann dürfen sie schimmern.
Blutrot über meinem Arm.
Damit die Nacht sie heilt.

Mittwoch, 9. November 2011




"Menschen kommen und gehen."


Dieser Satz hat meine letzten Jahre geprägt
und wird mich auch mein ganzes Leben begleiten,
da er die Wahrheit spricht.

Es gibt die einen Menschen, denen man kurz begegnet,
zum Beispiel im Supermarkt,
am Geldautomaten
beim Gassi gehen,
in der Schule.

Und es gibt die Menschen, denen wir begegnet,
kennenlernen und uns für eine Weile begleiten.
Zu einem bestimmten Zeitpunkt kreuzen sich die Leben
zweier oder mehrer Personen,
verschmelzen zu einem Weg.
Man fasst eventuell gleiche Ziele ins Auge,
beschreitet die manchmal mehr oder weniger steinigen
und holprigen Straßen zusammen,
geht durch Regen und Sonnenschein,
streitet, zankt, beschimpft und versöhnt sich.

Doch irgendwann kommt der Punkt
an dem man nicht mehr gemeinsam weiter gehen kann.
Man hat andere Ziele, andere Wünsche,
andere Leute.
Und dann trennen sich nun mal die Wege.
Man schreitet allein voran.
 
 
Am Anfang tat das weh, sehr sogar.
Du hast mir so viel bedeutet.
 Mehr als gedacht.
Doch sei unbesorgt.
Das ist nun vorbei.
Ich hab es akzeptiert, verstanden.
 
Das Leben gibt und nimmt uns Personen.






Montag, 7. November 2011

von Kopf bis Fuß





Schlecht gelaunt. Trauriges Gesicht.
Das Licht geht aus. Die Scheinwerfer an.
Eine letzte Träne rollt. Die ersten Takte beginnen.
Ein Drönen durchdringt den Raum. 
Ein Wummern lässt den Boden vibrieren.
Die Gedanken werden von der Musik verdrängt,
verbannt, ausgelöscht.
Was zählt ist der Moment, das Gefühl,
der Augenblick.
Ich lass mich treiben vom Beat der Musik.
Fühl mich frei, schwerelos.
Alles liegt hinter mir, der Tag, die letzten Wochen, du.
Was nun zählt ist die Musik, die mein ganzen Körper mit Glück erfüllt.


"Hör nie auf damit, den Himmel anzufassen.
Komm, renn der Sonne entgegen"


Ich bin zu nichts anderem in der Lage als zu tanzen.
Meine Füße, mein Körper, bewegen sich wie von selbst.
Als hätte ich nie was anderes getan.
Ich gehör hier hin, für den Moment, den Augenblick.
Sprüst du es auch?
Dieses unglaubliche Gefühl?
Das heftige pulsieren in den Ohren,
die Gänsehaut auf den Armen,
das Prickeln im Nacken?
Ist es nicht wundervoll?
Das pure Leben!


"Do you wanna make love to me? 
I know you wanna make love to me!"

Mein Kopf schwingt hin und her.
Von links nach rechts.
Von rechts nach links.
Mein Herz schlägt nun auch im Takt
der wummernden Musik.
Ich verschmelze mit ihr.
Kann mich kaum noch lösen.
Es ist atemberaubend.
Unglaublich!


Sonntag, 6. November 2011

bin süchtig



Bin süchtig nach dem Augenblick, verliebt in den Moment
in das, was man das Leben nennt 
Denn ich bin süchtig wie der Mond,
der halb voll da oben thront
mein ganzes Leben ist in Trance
ich bin verliebt in die Chance, die vor mir liegt  
 


 

Donnerstag, 3. November 2011

Mittwoch, 2. November 2011

called out in the dark



" Es ist als könnten wir uns selbst nicht helfen
weil wir nicht wissen, wie wir zurückgelangen"







It's clear, isn't it ?


Damn,
you are just one of those dumb and ignorant pretenders!

So, why do I care ?




'cause perhaps I still love you ?


 

I 've wasted my time with the past





die ganze Zeit hatte ich das Gefühl leblos zu sein,
wie eine Hülle,
einfach nur umher zu wandeln
mit geschlossenen Augen

ich hab die Schönheit des Lebens nicht mehr wahrgenommen,
die kleinen Wunder,
die Wärme der Sonne,
die strahlenden Farben der Herbstblätter
ich war blind

die letzten Wochen ist das Leben an mir vorbei gezogen,
während ich noch in der Vergangenheit steckte,
während ich getrauert, geweint und geschrien habe
ich war nicht fähig zu leben

aber das ist vorbei
denn dort sind nun Hände
Hände, die mich aus dem Sumpf der Vergangenheit ziehen,
denen ich vertrauen kann,
die länger bleiben als nur ein Jahr

und so wird es mal wieder Zeit zu leben !