Freitag, 31. Dezember 2010

das, was du nicht hörst




Jede deiner Berührung brennt wie Feuer auf meiner Haut
und kitzelt doch wie eine Feder, die sanft über meinem Arm gleitet.
Ich versink mehr und mehr in deinen Augen. Braun. Endloses Braun.


Mein Puls rast, mein Herz springt fast aus meiner Brust.

Hörst du es?
Mein Herz?
Wie es dich anfleht?
Wie es dich vergöttert?


Dein Gesicht wirkt ausdrucklos. Teilweise bedrückt
Doch du erstickst die Frage, die ich dir stellen will mit einem Kuss.
Weich. Absolut weich sind deine Lippen.


Mein Puls rast, mein Herz springt fast aus meiner Brust.

Hörst du es?
Mein Herz?
Wie es schreit?
Wie es dich vergöttert?



Es ist eine Melodie.



Eine Melodie,
die nur für dich geschrieben wurde!



Hörst du sie?





Hörst du die Melodie meines Herzens?





 

Sonntag, 26. Dezember 2010

closed door



Mit einem lauten Scheppern schlägt die Tür vor ihren Augen zu.
Es war zu spät um dies zu verhindern. Zu spät!
Die Hand formt sich zur Faust. Laut pocht sie an das massive Holz.
Immer und immer wieder. 
Die Nägel krallen sich in die Tür. Hinterlassen Spuren. Kleine Andenken.
Ratsch, ratsch. Wieder und immer wieder.
Der verzweifelte Schrei, der aus ihrer Kehle kommt, prallt an der Tür ab.

Die Tür: starr. massiv. verschlossen !

Wie ein wildgewordenes Tier, eine Bestie, kratzt sie an der Tür.
Kratzt ihre Finger und Hände blutig.
Ihre Schreie hallen stumpf durch die Tür.

Die Tür: zerkratzt. blutig. verschlossen !






Nein! Dieses Mädchen an der Tür das bin nicht ich. Das bist du.
Zum Glück Mein Glück.




Geh Mädchen. Bitte. Geh !



Lass mich in Ruhe.






Lass ihn in Ruhe!












Bitte!















Freitag, 24. Dezember 2010

mehr als nur ein Stück Papier



Das Reißen des Umschlages ist für einen kurzen Moment alles was man hören kann.

Zitternde Hände ziehen behutsam das zarte Papier heraus. 

Der Brief wird sorgfälltig auseinander geklappt.

Ein Schauer überzieht ihre Arme.

Buchstaben zieren das weiße Nichts. 

Müde Augen beginnen zu lesen.

Aneinander gereihte Worte prägen sich in ihr Gedächtnis. 

Lösen unerwartete Emotionen aus.


Hass. Trauer. Verzweiflung. Liebe. Pures Glück.



Das was sie nun in den Händen hielt, dies kleine Stück Papier war viel mehr als das.

Es war das Tor zum Paradies. 

Und gleichzeitig der Weg zur Hölle.

Doch sie hütet das Stück Papier wie ihren Augapfel.

Das kleine Stück Papier war nun wichtiger als ihr eigenes Leben.


Es bedeutete ihr einfach alles.



Montag, 13. Dezember 2010

Gefühlschaos








Weil
ich
selbst
nicht
weiß
wie
es
mir
geht
!

Eros und Thanatos




Eros

der Gute, der Held, der ums Überleben und für die Gerechtigkeit kämpft
er verkörpert pure Stärke, Tapferkeit und grenzenlosen Mut
mit seinem goldenem Herzen und dem messerscharfen Verstand
kämpft er auch wenn das Ende nah ist


Thanatos

der Böse,  der Helfer vom Tod, der die totale Zerstörung bringt
er verkörpert ewige Missgust , Neid und puren Hass
seine Sense rammt er jeden ins Fleisch
um das zu bekommen was er will




Eros und Thanatos

es gibt sie seit Jahrzenten, seit Menschengedenken
sie kämpfen einen unergründlichen Kampf
ihre Klingen kreuzten sich, keiner gibt auf
wie Blitz und Donner sind sie ein Teil vom großen Ganzen

sie stecken in jedem von uns, in jedem Mensch
sie sind die Triebe, die jeder hat
Eros der Lebenstrieb
Thanatos der Todestrieb

hat der Kampf erst einmal begonnen, kann man sie nicht stoppen
sie sind die reinste Qual für jedes schwache Gemüt
treiben uns durch ihre Streitigkeiten in den Wahnsinn
an den Rand unserer Nerven

doch sie sind wichtig
sie sind ein Teil von uns
sie bestimmen unser Handeln, unser Denken

sie bestimmen unser Leben








Samstag, 11. Dezember 2010

indefenso



Der Gedanke bebt in ihrem Kopf. Flammt in ihren Augen auf.
Und prickelt auf ihrer Haut.
Das Gefühl ist unbeschreiblich. Fast wie mit einem Donnergrollen zu vergleichen.
Es schwillt langsam, ganz langsam an. Findet seinen Höhepunkt in einem Blitz,
der den Himmel teilt.
Die Nacht wird zum Tag und sie tanzen als wäre es ihr letzter.


Es ist so weit. Nägel krallen sich in warme, weiche Haut
wie die Zähne eines Raubtiers in den Nacken der Beute.
Nicht fähig zu zappeln. Nicht fähig zu entkommen. NIcht fähig zu atmen.
Dem Monster hilflos ausgeliefert.

Er leckt sich das Blut von den Lippen. Zieht die Krallen aus der Haut.
Unschuldig. Hilflos. Naiv.
Blind ist sie ihm in die Arme gelaufen. Hat ihm geglaubt.
Er war gierig. Stark und in allem überlegen.
Nun liegt sie am Boden. Seine Beute.



Donnerstag, 9. Dezember 2010

Schneegeflüster



Die Schneeflocken wirbeln im Wind und verfangen sich in meinen Haaren.
Sie prallen auf meine Wangen und beginnen zuschmelzen.
Kleine Tropfen bilden sich auf meinem Gesicht. Ich liebe dieses Gefühl.
Die Augen funkeln. Ein Lächeln lässt sich blicken.

Eiskristalle hängen an Ästen und Zweigen.
Glitzern wenn die Sonne durch die Wolkendecke lugt.

Der Schnee unter meinen Füßen knischt. Er flüstert. Er erzählt Geschichten.
Sei leise! Dann hörst du es vielleicht auch.

Sehe Leute den Hügel runter rodeln. Sehe sie lachen. Spaß haben.
Ich höre vergnügte Kinderstimmen, die durch die Straßen hallen.
Beobachte ein Paar, das sich leidenschaftlich im Schneegestöber küsst.
Alles wirkt so friedlich. So vollkommen. Und doch vergänglich.

Der Schnee bedeckt die Stadt mit seiner weißen Pracht. Es siehst schön aus.
So unantastbar, so unschuldig. Und doch vergänglich.

Ich breite meine Arme aus, dreh mich im Kreis, beginne zu tanzen.
Das ist meine Welt. Mein Element.





Wusstet ihr dass Schneeflocken
kleine Geschenke des Himmels sind?
Kleine, seltene, wunderschöne
und leider auch vergängliche Geschenke?
Sie schenken uns eine kurzfristige Schönheit,
einen Moment des Glücks.
Sie strahlen eine gewisse Ruhe aus.
Sie sind etwas besonderes.

Nur wenige sehen das.
Viele hassen den Winter, den Schnee.


Doch ich liebe ihn.







Mit all seinen Macken!













Montag, 6. Dezember 2010

absolut gnadenlos


Mit seiner schwarzen Kutte, die sein Gerippe verdeckt,
sitzt er in seinem kleinen Kämmerchen.
Schmiedet Pläne. Dreht die Sanduhr.

Wer ist der Nächste?

Mit seinen Knochenfingern kratzt er übers Papier.
Geht seine Liste durch. Sucht nach einen Namen.

Wer muss als nächstes leiden?

Mit seinem erfürchtigem Gelächter durchflutet er die Kammer.
Die Wände beben.

Wer wird sein nächster Sklave?

Er will die Armen und Reichen. Will die Bösen und Guten.
Nimmt die Schwachen und Starken.
Alles was er kriegen kann.

Er schärft seine Klinge. Seine Sense. Seinen einzigen Freund.
Macht sich bereicht und bricht auf.


Ein Stich. Ein Hieb. Vorbei.


Mit einen Grinsen zieht er weiter.



Donnerstag, 2. Dezember 2010

Musik, die meine Welt bewegt






Florence and the Machine



There's a drumming noise inside my head
That starts when you're around
I swear that you could hear it
It makes such an allmighty sound
There's a drumming noise inside my head
That throws me to the ground
I swear that you should hear it
It makes such an allmighty sound

[ Dort ist ein trommelndes Geräusch in meinem Kopf.
Es beginnt, wenn du hier bist.
Ich schwöre du kannst es hören.
Es ist ein mächtiger Ton.

Dort ist ein trommelndes Geräusch in meinem Kopf.
Es wirft mich zu Boden.
Ich schwöre du hast es gehört.
Es ist ein mächtiger Ton. ]


(Drumming Song)






If you could only see the beast you've made of me
I held it in but now it seems you've set it running free
Screaming in the dark, I howl when we're apart
Drag my teeth across your chest to tast your beating heart

[ Wenn du nur die Bestie sehen könntest, die du aus mir gemacht hast
Ich hielt es zurück, aber jetzt kommt es mir so vor, als würdest du es frei lassen
schreie in der Dunkelheit, ich heule, wenn wir getrennt sind
schleife mit meinen Zähnen über deine Brust um dein klopfendes Herz zu schmecken ]

(Howl)





I'm not calling you a liar,
Just don't lie to me.
I'm not calling you a theif,
Just don't steal from me,
I'm not calling you a ghost,
Just stop haunting me,
And i'll love you so much,
I'm gonna let you,
Kill me.

 [ Ich nenne dich nicht einen Lügner
Lüg mich einfach nicht an
Ich nenne dich nicht einen Dieb
Bestiehl mich einfach nicht
Ich nenne dich nicht ein Gespenst
Hör einfach auf, mich zu verfolgen
Und ich werde dich so sehr lieben
Dass ich es zulassen werde,
dass du mich tötest ]

(I'm not calling you a Liar)














noch ein Schneehase















Mittwoch, 1. Dezember 2010

vicious circle

Schreie hallen durch die nächtliche Stille. Türen knallen.
Ein leises Schluchzen dringt an ihr Ohr. Sie schließt die
Augen und hofft es wäre endlich vorbei. Doch es hat
gerade erst angefangen. Das alles ist erst der Anfang
einer langen unruhigen Nacht.
Eine Tür geht auf. Schritte sind zu hören. Eine Person
mit tiefer Stimme redet. Undeutlich. Ein wenig verzerrt
gelangen die Worte an ihr Ohr. Es sind die üblichen
Versprechen wie jede Nacht. Jede Nacht diese
schmeichelnden Worte. Dieser Lügner. Dieser Idiot.
Er schafft es immer wieder.
Sie glaubt ihm. Sie steigt in das Boot der Lügen und
fährt auf dem Wasser der Versprechungen.
Das Schluchzen hört auf. Stille kehrt ein. Sie macht die
Augen zu und hofft dass es vorbei ist.

In ihren Träumen schwebt sie dahin. Sie ist in ihrer
eigenen kleinen Welt. Für einen kurzen Moment ist alles
vergessen. Nichts ist passiert.

Ein greller Schrei zerstört diesen Gedanken. Wie ein tiefes
Donnergrollen halt es durch das Haus. Sie hört die zwei
Stimmen streiten. Ein hitziges Wortgefecht entflammt und
keiner gibt auf. Ein Knallen. Hand auf Haut. Es bringt sie
zum schweigen. Er hat das Sagen. Das zeigt er ihr.
Sie überspielt den Schmerz. Sie versucht zu lächeln. Ihr
Gesicht ist verzehrt. Er lässt erneut die Hand auf sie
niederprallen. Wieder und immer wieder. Sie wimmert.
Leise und dann lauter. Sie weint. Sie schreit.
Er lässt von ihr ab. Er geht.
Langsam legt sie ihren Kopf in ihre Knie. Leise. Ganz
leise weint sie in die Stille der Nacht..

Ihre Tür öffnet sich. Eine Gestalt tritt ein. Sie setzt sich
auf ihre Bettkante. Streicht ihr über das Gesicht.
"Es tut mir leid mein Schatz. Er will das alles gar nicht.
Bald wird alles gut. Das verspreche ich dir."
Ihre Tränen tropfen auf ihr Gesicht. Brennen unerträglich.
Sie erhebt sich. Verlässt den Raum.

Nein. Es würde nicht gut werden. Nichts würde mehr gut
werden. Es war zu spät. Die Schrei sagten alles. Ihr
Flecken übersäter Körper sagte alles. Die Alkoholflaschen
in der Ecke sagten alles. Er würde nicht aufhören. Er würde
weiter machen. Immer wieder. Nacht für Nacht.
Sie konnte nichts für ihre Mutter tun. Sie war nur ein Kind.

cold invisible punishment



draußen biegen sich die Bäume
und die Äste knacken

ich öffne die Tür und der Wind peitscht mir entgegen
wie stechendes Feuer
treibt er mir Tränen in die Augen

zisch...zisch...
wie eine Peitsche

schützend erhebe ich meine Hand
halte sie vor mein Gesicht
ohne Gnade schlägt er auf meine Finger
sie werden taub
leblos

zisch...zisch...
wie eine unsichtbare Peitsche

Tränen laufen über mein Gesicht
und gefrieren im eisigem Wind

zisch...zisch...
macht die Peitsche

ich sinke auf den Boden
schnappe nach Luft
alles tut weh

zisch...zisch...
macht die Peitsche leise

sie saust auf mich nieder
immer und immer wieder


sie ist meine Bestrafung