Verzweifelt hält sie sich am Waschbecken fest. Sucht Halt.
Sie schaut in den Spiegel. Ein wenig von dem Erbrochenem klebt noch an ihren Lippen.
Weiß sieht ihre Haut aus. Sehr weiß. Weißer, als ein unbeschriebenes Blatt.
Weißer, als der Schnee, der bald auf den Straßen liegen wird.
Unnatürlich weiß.
Krank sieht ihr Gesicht aus. Fleckig.
Sie wischt den letzten Rest vom Erbrochenen mit ein Stück grauen Toilettenpapier weg.
So grau wie der Himmel. So trostlos.
Sie spült den Mund mit Wasser aus. Mit ganz viel Wasser. Minutenlang.
Es hilft nicht. Der Geruch ist noch da.
Der Geruch, der sie beinah wieder zur Toilette rennen lässt.
Der Geruch von Hilflosigkeit. Erbärmlichkeit.
Tränen laufen nun über ihre Wangen. Warm. Stumm.
Sie wischt sie mit ihrem Pulloverärmel weg.
Atmet tief durch. Einmal. Zweimal. Dreimal.
Sie fühlt sich so erschöpft. So müde. Leblos.
Und doch öffnet sie die Tür. Tritt hinaus in den Flur.
Ist auf dem Weg ins Klassenzimmer zurück zum Unterricht.
Als wäre nichts gewesen.
Als gehe es ihr gut.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen